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Idealtypische Unterscheidung zwischen Bulimie und AnorexieDer fundamentale Unterschied zwischen restriktivem und bulimischem Essverhalten kann darin gesehen werden, dass Bulimikerinnen sich auf der Suche nach etwas befinde, was sie in sich hinein nehmen können, während Anorektikerinnen ständig darum bemüht sind, etwas außerhalb ihrer selbst zu behalten. In ihrem persönlichen Stil erscheinen Bulimkerinnen dementsprechend als Stimulus suchend. Anorektikerinnen zeigen hier eine restriktive Expressivität und zwanghafte Züge (Steiger et. al., 1997). Der Bindungsstil bulimischer Patientinnen erscheint vorwiegend unsicher-ambivalent, der restriktiver Anorektikerinnen als vorwiegend unsicher-vermeidend (Ward et al., 2000).
Tabelle 1 gibt insgesamt eine idealtypische Unterscheidung zwischen Anorektikerinnen und Bulimikerinnen: 
| | Anorexie | Bulimie |
| Erstmanifestation
| - Übergang in die/Beginn der Ablösephase
- Beginn oft vor erstem sexuellen Kontakt
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- Verselbständigungsphase
- Beginn oft nach ersten sexuellen Kontakten
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| Auslösesituation |
- Unkontrollierbare Körperveränderungen der Pubertät
- Autonomieverbote
- manchmal: beginnende sexuelle Erfahrungen
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- Zurückweisungen
- Bindungsängste
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| Körperideal |
- subjektives Idealgewicht weit unter Normalgewicht:
knabenhaft, möglichst wenig weiblich, asketisch
- leistungsorientiert
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- subjektives Idealgewicht im Normbereich junger Frauen (leichtes Untergewicht):
schlank, weiblich-attraktiv
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| Sexualität |
- Ideal der Askese, Selbstkontrolle und Autonomie
- meistens keine sexuelle Partnerschaft
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- Ideal konventioneller Weiblichkeit und Attraktivität
- sexuelle Partnerschaften bei mangelnder Erlebnisfähigkeit
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| Beziehungsstil |
- Abgrenzung von anderen/Autarkie
- (indirekte) Machtausübung über andere
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- Orientierung an den Erwartungen der Umwelt
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| Familiäres Muster |
- Kontrollierend-einmischend, affektiv zurückgenommen
- Patientin: Autonomie durch Verweigerung ("restriktive Autonomie")
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- vernachlässigend-intrusiv und konflikthaft-impulsiv
- Patientin: vorschnelle Autonomie bei gleichzeitiger innerer Abhängigkeit
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 Zitat aus: Reich, G. (2003). Familientherapie der Essstörungen. In M. Cierpka, A. Riehl-Emde, M. Schmidt & K. A. Schneewind (Hrsg.), Praxis der Paar- und Familientherapie (1. Auflage) (S. 44). Göttingen: Hogrefe.
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